Fußball: Es wird mehr über Disco als über Fußball geredet

am . Veröffentlicht in 2009

Schutzhaltung: Daniel Pfeifer (rechts) hat als Trainer mit dem SV Mörlenbach eine schwierige Situation zu durchstehen. Selbst mitspielen kann er derzeit wegen Knieproblemen nur eingeschränkt. Bild: Kopetzky

MÖRLENBACH. Daniel Pfeifer (34) ist im zweiten Jahr Spielertrainer beim Fußball-A-Ligisten SV Mörlenbach. Unmittelbar zu Beginn der Rückrunde und nach dumm verschenkten Punkten wird die Situation für den Aufsteiger bedrohlicher.

Jetzt steht der SV Mörlenbach da, wo er keinesfalls hinwollte, auf dem drittletzten Tabellenplatz mit nur einem Punkt Vorsprung auf den Tabellenvorletzten TG Jahn Trösel.

Pfeifer: Ja, wir befinden uns in einer schwierigen Situation. Aber Hoffnung ist genügend vorhanden. Zum einen wissen wir, woran es liegt. Und zum anderen haben wir richtig gute Spieler, sind eine echt gute Truppe, wenn die Einstellung stimmt.

Von Saisonbeginn an konnten Sie nie Ihre Wunschformation auflaufen lassen. Der SVM war und ist vom Verletzungspech besonders betroffen.

Pfeifer: Stimmt. So etwas habe ich definitiv noch nicht erlebt. Mir fehlen derzeit 13 Leute, der komplette Sturm und zwei Innenverteidiger mit großem Potenzial. Damit kannst du nicht kontinuierlich arbeiten. Da ist einer verletzt, spielt wieder und ist wieder verletzt. Noch schlimmer ist es, dass manche - so Damian Adamek, Simon Bernauer oder Henning Pflästerer - mit Handicaps und Blessuren spielen müssen, sich nicht richtig auskurieren können.

Sie selbst zählen nur wenige aktive Einsätze. Wie sehen Sie Ihre eigene Zukunft als Spieler?

Pfeifer: In der Vorbereitung, als wir komplett waren, habe ich vorgehabt, selbst nur noch sporadisch von der Bank aus zum Einsatz zu kommen. Doch nach den vielen Verletzungen - so wichtige Spieler wie Patrick Verbraeken und Sebastian Sattler fallen längere Zeit aus - konnte ich das nicht durchziehen. Ich habe Probleme mit dem Knie. Vor der Winterpause werde ich vielleicht nur noch in Unter-Flockenbach mit auflaufen können. Die Winterpause möchte ich nutzen, wieder ganz fit zu werden.

Zu Recht bemängelten Sie nach vermeidbaren Niederlagen und Unentschieden die wechselhafte Einstellung mancher Spieler. Haben Sie manchmal Lust, hinzuwerfen?

Pfeifer: Ich mache mir als Trainer schon Gedanken. So kannte ich das nicht. Früher haben wir uns als Fußballer konzentriert vorbereitet. Heute wird erst mal der Samstagabend durchdiskutiert, wie’s in der Disco war, wie’s mit der Freundin läuft. Da müssen wir die Jungs bei der Ehre packen. Wir hatten zahlreiche gute Spiele absolviert, die am Ende nicht mit drei Punkten belohnt wurden. Die Woche drauf sind wir in ein Loch gefallen, so wie gegen Trösel und Auerbach. Die Frage nach dem Hinwerfen stellt sich aber nicht. Als junger Trainer werfe ich nicht hin, ich habe mit dem SVM noch viel vor. Ich glaube an die Truppe.

Sie haben angedeutet, dass Sie sich so gut wie möglich in die Winterpause retten wollen, bereits jetzt Gespräche mit potenziellen Neuzugängen führen. Wollen oder können Sie dazu Näheres sagen?



Pfeifer: Kann und will ich nicht. Nur so viel: Ein neuer Stürmer ist so gut wie verpflichtet. Es tut sich etwas. Die Spieler müssen auch zu uns passen. Wenn alle Verletzten zurückkehren, sind wir wieder ein Stück stärker.

Der SVM gilt als Remiskönig der Klasse. Die Tordifferenz von minus sechs zeigt auf, dass der Aufsteiger aber durchaus mithalten kann.

Pfeifer: Bei der Vielzahl an Unentschieden fehlte uns oft genug das Glück. Dieses Glück müssen wir uns wieder erarbeiten. Wir hatten aber auch Pech mit den Schiri- Leistungen, wenn ich nur an den Freistoßpfiff im Spiel gegen Groß-Rohrheim denke, der uns zwei Punkte gekostet hat oder die beiden Freistöße in der letzten Woche bei der FSG Bensheim.

Gewinnen Sie am Sonntag gegen den Tabellenzweiten Eintracht Bürstadt?

Pfeifer: Klare Antwort. In unserer Situation haben wir nichts anderes anzugehen als drei Punkte. Gegen die besseren Mannschaften in der Liga hat’s bisher ja auch ganz gut geklappt. In Bürstadt hätten wir das 3:3 machen müssen, im Gegenzug fällt das 2:4.

Wo steht der SV Mörlenbach am Rundenende?

Pfeifer: Wir stehen mindestens auf dem zwölften Tabellenplatz. Das ist ein realistisches Ziel. 42 Punkte sich noch zu vergeben. Davon wollen wir 20 holen. mk

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